Sonderforschungsbereich „Nanodimensionale polymere Therapeutika für die Tumortherapie“



Unser internationales Symposium vom 15.-16. September 2016 war geprägt von hervorragenden Präsentationen externer und interner Vortragender, sowie von spannenden Diskussionen!

Einen Eindruck zu den Themen und Vorträgen erhalten sie im Programm.


Dieser Sonderforschungsbereich 1066 hat als Rahmenziel eine nanopartikelbasierte Tumortherapie gegen das Melanom als immunogenen Modelltumor zu entwickeln. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fokussieren dabei auf eine Tumorimmuntherapie, da sie zum einen besonders geeignet ist auch minimale Resterkrankungen (versteckte Metastasen) eliminieren zu können und zum anderen durch ihre Anforderungen die Nutzung nanopartikulärer Systeme geradezu impliziert. Hierzu arbeiten Forscherinnen und Forscher aus der Chemie mit Immunologen und Biomedizinern zusammen um neuartige, multifunktionelle nanodimensionale Therapeutika zu entwickeln, um Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen möglichst zellspezifisch freizusetzen und auch um empfindliche Wirkstoffe (z. Bsp. RNA) therapeutisch einsetzbar zu machen. Die Möglichkeit diese Thematik in großer Breite zu bearbeiten wird dabei durch Kombination der Expertise der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Max-Planck Instituts für Polymerforschung (MPI-P) mit der exzellenten Forschungsstruktur im Bereich der Tumorimmuntherapie der Universitätsmedizin Mainz ermöglicht und gelebt.

In einer stark interdisziplinären Weise werden hier (i) innovative Therapieansätze aus Immunologie und Onkologie (B-Projekte) mit (ii) der Synthese einer großen Breite von gut charakterisierten und geeignet funktionalisierten polymeren Nanopartikeln (A-Projekte) und einer (iii) sauberen physikochemischen Charakterisierung im biologischen Umfeld (Q-Projekte) kombiniert.
Auf Seiten der Chemie (A-Projekte) geht es dabei um die Synthese wohldefinierter polymerer Trägersysteme, ihre Modifizierung, Funktionalisierung und Beladung mit geeigneten Wirkstoffen. Darauf aufbauend erfolgt die Erprobung der Trägersysteme in den Querschnittsprojekten (Q1-Q3) bezüglich Wechselwirkungen in extrazellulären Medien, Zellaufnahme und Körperverteilung. Von der biomedizinischen Seite aus (B-Projekte) werden diese Systeme dann in einer kombinierten Tumorimmuntherapie erprobt, die auf der gezielten Induktion einer (i) Entzündung im Tumor, der (ii) Stimulation der Immunantwort und auf der (iii) Neutralisation von Tumortoleranz beruht.
Um dies zu erreichen wird – vorwiegend in der ersten Förderperiode – in einem lockeren Verbund aus synthetischen (A) und immunologischen Projekten (B) gearbeitet. Dies ermöglicht es den medizinischen Projekten, auf unterschiedliche Trägersysteme zugreifen zu können, während gleichzeitig die chemischen Projekte ihre jeweiligen Trägersysteme in unterschiedlichen biomedizinischen Anwendungen erproben können.

Die Interdisziplinarität dieses SFBs spiegelt sich im Vorstand wieder, dem außer dem Sprecher, Prof. Dr. Rudolf Zentel (JGU), Herr Prof. Dr. Stephan Grabbe (Hautklinik, Universitätsmedizin) und Frau Prof. Dr. Katharina Landfester (MPI für Polymerforschung) als stellvertretende Sprecher angehören. Hinzu kommt Prof. Dr. Dr. Detlef Schuppan (Med I) als weiterer Vertreter der Universitätsmedizin und PD Dr. Mathias Barz (JGU) als Vertreter des wissenschaftlichen Nachwuchses.